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DIVI 4 / 2010, Seite 138, Wissenschaft

N. T. Mutters, R. Mutters

Multiresistenz auf der ITS – Eine verlorene Schlacht?

Multiresistance on the ICU – A lost battle?

Die Bedrohung durch multiresistente Erreger (MRE) nimmt weltweit weiter zu. Bekannte Antibiotika sind zunehmend wirkungslos, neue stecken in ihrer Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Bis neue Antibiotikaklassen zur Verfügung stehen, werden schätzungsweise noch acht bis zehn Jahre vergehen. Die Gesundheitskosten explodieren und Infektionen mit und durch MRE besonders auf Intensivstationen tragen einen nicht zu verachtenden Teil dazu bei.
Die Gründe für die Zunahme der MRE sind vielfältig. Falscher Gebrauch von Antibiotika in der Klinik und Ambulanz, Missbrauch von Antibiotika in Tier- und Pflanzenzucht sowie
Genaustausch der Mikroben sind nur einige. Besonders auf der ITS mit einem multimorbiden, kritischen Patientengut ist das Auftreten eines MREs gefährlich und muss durch striktes und schnelles Handeln kontrolliert werden. Hygienemaßnahmen müssen eingehalten werden. Individualisierte, an Klinik und Erreger adaptierte Therapien unter Nutzung der vorhandenen Antibiotikagruppen muss der Vorzug vor starren Schemata gegeben werden. Strategische Interventionen müssen unter Zuhilfenahme innovativer Techniken sorgfältiger geplant werden. Beispielsweise der Gebrauch von neuen geographischen Informationssystemen (GIS) kann helfen, Eindämmungsstrategien deutlich effizienter und damit kosteneffektiver zu machen. Die klinikinterne Surveillance muss ausgebaut werden, um den Antibiotikagebrauch intern und individuell angepasst an das jeweilige Patientenkollektiv zu regulieren, um so neuen Resistenzentwicklungen vorzubeugen.
Der Mangel an neuen Therapieoptionen zwingt uns, auf die Mittel zurückzugreifen, welche wir zur Verfügung haben und diese rational einzusetzen und kritischer zu hinterfragen. Eine weitere Zunahme von MRE ist nicht mehr tolerierbar, zu oft steht der behandelnde Arzt bereits jetzt ohnmächtig vor einem Keim, der sich jeglicher Therapie entzieht und fühlt sich in die Zeit der prä-antibiotischen Ära versetzt.
The threat of multi-drug-resistant (MDR) bacteria rises constantly around the globe. Common antibiotics lose their effects, while the development of new antibiotics is still in its infancy. Approximately eight to ten years will pass before new classes of antibiotics are at our hands. Infections, especially in the ICU due to MDR bacteria significantly contribute to the dramatic increase in health care costs.
Reasons for the spread of antibiotic resistance are manifold; wrong prescription of antibiotics in clinic and hospital, misuse of antibiotics in the agricultural production of food animals and plants, and of course gene transfer mechanisms between organisms just to name some. Especially in the ICU, characterized by multi-morbid and critically ill patients, the emergence of a MDR bacterium is dangerous and must strictly and fast be controlled. Hygiene standards need to be followed thoroughly and antibiotic treatment regimens need to be individually adapted to hospital and pathogen and should be based on present antibiotic classes rather than on rigid schemes. Containment strategies must be better planned applying innovative techniques such as geographic information systems (GIS) to make them more efficient and cost-effective. The use of antibiotics needs to be regulated on an individual level, fitted to the particular patient collective to prevent the development of new antibiotic resistance by extending internal clinical surveillance.
The lack of new therapeutic options forces us to fall back to the means we already possess, appraise them critically and use them rationally. A further increase in antibiotic resistance is no longer tolerable, too many a time the attending physician already is powerless in the face of a pan-resistant bacterium and feels taken back to pre-antibiotic times.

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Ausgabe 4 / 2010
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