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DIVI 4 / 2010, Seite 150, Wissenschaft

W. H. Hartl1

Beeinflusst die Zahl der transfundierten Erythrozytenkonzentrate die Prognose kritisch kranker Patienten?

Red cell transfusion: an essential factor for patient prognosis in surgical critical illness?

Hintergrund: Es besteht derzeit keine Einigkeit bezüglich der Nebenwirkungen von Erythrozytenkonzentraten (EK), die im Rahmen intensivmedizinischer Therapien verabreicht werden. Wir wollten die zu diesem Thema publizierten Studien kritisch auswerten.
Methodik: MEDLINE, EMBASE und Cochrane Datenbanken wurden nicht systematisch anhand der Stichwörter „red cell transfusion“, „outcome“ und „critical care“ nach Publikationen durchsucht, die zwischen 1998 und 2009 erschienen waren.
Ergebnisse: Es besteht hinsichtlich des Transfusionseffektes eine ausgeprägte Diskrepanz zwischen kontrollierten und beobachtenden Studien. Während erstere keinen Zusammenhang zwischen Letalität und Transfusionsfrequenz feststellen können, zeigen letztere eine ausgeprägt negative Assoziation. Schwäche aller beobachtenden Studien ist die fehlende Berücksichtigung von Verlaufsvariablen bzw. die statistische Ignoranz gegenüber deren Zeitabhängigkeit. Der Mechanismus eines potenziell negativen Transfusionseffektes ist ebenfalls unklar.
Schlussfolgerung: Schwere spezifische Nebenwirkungen von EK sind unwahrscheinlich und wurden in der Vergangenheit überschätzt. Aufgrund des allgemeinen Risikoprofils ist eine zurückhaltende Transfusionsstrategie jedoch grundsätzlich empfehlenswert.
Background: There is some controversy regarding potential side effects of packed red blood cells (RBCs) transfused during intensive care. We critically analyzed recent publications of that topic.
Methods: MEDLINE, EMBASE and Cochrane databases were non-systematically searched from 1998 through October 2009 in English language using the words red cell transfusion, outcome und critical care.
Results: Controlled and observational studies differ significantly with respect to a potential transfusion effect. The former are unable to demonstrate a relevant association between mortality and the rate of packed RBC transfusion, whereas the latter suggest markedly detrimental effects. All observational studies lack a precise evaluation of sequential variables, and ignore their time-dependency at statistical analysis. The mechanisms mediating potentially negative effects of packed RBCs are also uncertain.
Conclusion: It is unlikely that transfusion of packed RBC routinely causes severe specific side effects, which, in addition, may have been overestimated in the past. Considering the general risk profile of packed RBCs, a restricted transfusion strategy is still advisable.

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